«Wer sich selbst nicht reflektiert, kann andere nicht anleiten und fördern.» Diese Grundhaltung vermittelt Tanja Elmiger bald auch als Dozentin am bke Kinderbetreuung.

Rolf Humbel, Sozialbegleiter in Ausbildung

«Die Arbeit mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen verlangt eine hohe Professionalität.»

Vera Eschmann, Fachfrau Betreuung, Fachrichtung Kinderbetreuung

«FaBe mit BMS ist eine Investition in die Zukunft.»

Simona Berger, Institutionsleiterin in Ausbildung

«Lernen bringt Leben.»

Karin Heimgartner, Sozialbegleiterin

«Ein Traumberuf, in dem ich mich weiterentwickeln kann.»

Meheret von Felten, Migrationsfachfrau

«Mein Schicksal soll anderen helfen.»

Tanja Elmiger, Teamleiterin in sozialen und sozialmed. Institutionen

«Das Leben ist wie ein Spielplatz.»

Kenny Greber, Sozialpädagoge

«Die Arbeit mit Menschen beginnt bei sich selbst.»

Nicolas Wittwer, Fachmann Betreuung Kinder

«Alles ist möglich.»

Valentin Hoyos, Fachmann Betreuung, Fachrichtung Betagtenbetreuung

«Sie können dank unserer Betreuung ihre Schwächen überbrücken.»

Esther Föllmi, Assistentin Gesundheit und Soziales

«Das Validierungsverfahren ermöglicht berufs- und lebenserfahrenden Leuten einen eidgenössischen Abschluss.»

Linda Schellenberg, Kindererzieherin HF

«Das Berufsfeld der sozialen Arbeit bietet mir unzählige Möglichkeiten.»

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«Wer sich selbst nicht reflektiert, kann andere nicht anleiten und fördern.» Diese Grundhaltung vermittelt Tanja Elmiger bald auch als Dozentin am bke Kinderbetreuung.

«Das Leben ist wie ein Spielplatz.»

Tanja Elmiger wusste schon in der Ausbildung zur Fachfrau Betreuung (FaBe), Fachrichtung Kinderbetreuung, dass sie eine leitende Position anstrebt. Inzwischen hat sie dieses Ziel erreicht, viel in ihre Weiterbildung und persönliche Entwicklung investiert und steckt immer noch voller Tatendrang für neue Herausforderungen.

Eigentlich wollte Tanja Elmiger Basisstufenlehrerin werden. Ein Inserat für eine Praktikumsstelle in einer Kindertagesstätte im ländlichen Luzern gewann aber ihre Aufmerksamkeit. Die Arbeit mit den Kindern gefiel ihr so gut, dass sie im gleichen Betrieb ihre Ausbildung zur Fachfrau Betreuung (FaBe), Fachrichtung Kinderbetreuung, absolvierte. «Ich habe immer gerne Verantwortung übernommen und wusste schon in der Lehre, dass ich eine leitende Position möchte.» Heute ist Tanja Elmiger 30 Jahre alt, Betriebsleiterin und Mitglied der Geschäftsleitung in der Kindertagesstätte Delfin im solothurnischen Bettlach.

Persönliche und fachliche Kompetenzen überzeugten

Die Bewerbung für ihre aktuelle Stelle brachte sie 2014 – nach Ablauf der Bewerbungsfrist – persönlich vorbei. Am nächsten Tag wurde Tanja Elmiger zum Vorstellungsgespräch eingeladen und absolvierte ein Assessment. Sie war 24 Jahre jung, hatte zuvor noch kein Team geleitet – und bekam die Stelle. «Der damalige Kita-Präsident sah Potenzial in mir und gab mir die Chance, mich zu entfalten. » An die Stelle war die Bedingung zur Weiterbildung als Teamleiterin geknüpft, welche sie am bke Bildungszentrum Kinderbetreuung in Zürich von 2014 bis 2018 absolvierte und mit der eidg. Berufsprüfung Teamleiterin in sozialen und sozialmedizinischen Institutionen mit Bestnote abschloss. Schlaflose Nächte und eine Erkenntnis fürs Leben «In den ersten drei Monaten als Betriebsleiterin habe ich wenig geschlafen», gibt Tanja Elmiger offen zu. Ihr Wunsch, es allen recht zu machen, zerriss sie innerlich. Die Mitarbeitenden – von der Praktikantin bis zu Fachpersonen kurz vor der Pensionierung – reagierten unterschiedlich auf die neue junge Chefin. Tanja Elmiger liess sich coachen und gewann dadurch wieder Selbstvertrauen. «Ich musste lernen, dass ich als Führungsperson Entscheide aushalten muss und nicht alle damit zufrieden sein müssen.» Sie liest viel Fachliteratur und reflektiert ihr Verhalten in einem Führungs- und Lerntagebuch. Letzteres war Bestandteil eines bke-Moduls, und Tanja Elmiger empfand die Aufgabe zu Beginn als mühsam und zeitraubend. Selbstreflexion ist für sie heute eine Schlüsselkompetenz, die am bke geschärft wurde: «Wer sich selbst nicht reflektiert, kann andere nicht anleiten und fördern», ist sie überzeugt. 

Anpacken und umsetzen

Der Arbeitstag beginnt für Tanja Elmiger meistens um 7 und endet um circa 18 Uhr. «Oft bin ich so in meine Arbeit vertieft, dass ich die Zeit vergesse.» Die Kindertagesstätte Delfin ist in einem renovierten Bauernhaus untergebracht, das für die Bedürfnisse einer Krippengruppe, Hortgruppe und einen Mittagstisch eingerichtet ist. Über die Woche verteilt betreuen Tanja Elmiger und ihre neun Mitarbeitenden rund 90 Kinder und Jugendliche. Ihr 90-%-Pensum ist verteilt auf 60 % Administratives und 30 % Betreuung.
«Der persönliche Austausch mit meinen Mitarbeitenden, den Kindern und deren Eltern ist für mich zentral.» Tanja Elmiger wischt den Boden, putzt WC und wechselt Windeln genauso wie alle anderen Mitarbeitenden. Sie beschäftigt zwei Praktikantinnen, die sie überdurchschnittlich entlöhnt und mit konkreten Aufträgen und Zielvereinbarungen auf die FaBe-Lehre vorbereitet. 2019 führte Tanja Elmiger den Betrieb erfolgreich zur Auszeichnung als Quali-Kita. Für die Qualitätssicherung in ihrer Branche will sich Tanja Elmiger künftig noch stärken engagieren und macht eine Ausbildung, um selbst Auditorin zu werden. «Unsere Branche braucht mehr Anerkennung. Dafür müssen wir aber auch mehr aus uns und unseren Betrieben rausholen und uns nicht mit wenig zufriedengeben.»

Zurück als Dozentin

An ihre Weiterbildungszeit am bke denkt Tanja Elmiger gerne zurück. Die vermittelten Kompetenzen für Mitarbeiterbeurteilungen, Projekt- und Qualitätsmanagement setzt sie im Alltag genauso ein wie das Eisenhower- oder Pareto-Modell für das Selbstmanagement. Nach dem letzten Modul an der bke erkundigte sich Tanja Elmiger, was es braucht, um Dozentin werden zu können. Der unter anderem erforderliche SVEB-Kurs, um Erwachsene auszubilden folgte, und schliesslich kam die erhoffte Anfrage vom bke. Ab Herbst 2020 unterrichtet sie im Führungslehrgang «Teamleiter/in in sozialen und sozialmedizinischen Institutionen» das Modul Grundlagen der Teamentwicklung und Zusammenarbeit sowie das Modul Planung, Durchführung und Evaluation von Führungsaufgaben. Dafür reduziert sie ihr Pensum in der Kindertagesstätte Delfin auf 80 % und gibt ihre Unterrichtstätigkeit an der Berufsschule auf. Einige Tage pro Jahr unterrichtet sie auch in überbetrieblichen Kursen für FaBe. Trotz den vielfältigen Tätigkeiten findet Tanja Elmiger noch Zeit für ihre Hobbys Krav Maga (eine Kampfsportart) und das Pistolenschiessen als Sportschützin. Das Kind in sich und den Humor bewahren, sind zentral für sie: «Das Leben ist wie ein Spielplatz, den es sich lohnt zu entdecken.»