Carolina Flury – FaBe, Co-Leiterin – Kinderkrippe Sunneschyn, Langendorf 

Ein Job wie ein Sechser im Lotto

Carolina Flury, gelernte Kinderpflegerin, war 20 Jahre lang  in unterschiedlichsten Berufsfeldern tätig, bis sie wieder n ihr angestammtes Tätigkeitsgebiet zurückfand. Heute arbeitet  sie als FaBe Kinderbetreuung, ist Co-Leiterin einer Krippe nd wird nach ihrer Weiterbildung zur Institutionsleiterin die  pädagogische Leitung übernehmen.

 

Ihr Leben wurde geprägt durch Veränderungen, Neuanfänge und Durchhaltevermögen: Carolina Flury, alleinerziehende Mutter von drei mittlerweile erwachsenen Kindern absolvierte ursprünglich eine Lehre als Kinderpflegerin. Danach arbeitete sie auf einer Wochenbettabteilung, später mit körperlich und kognitiv schwer beeinträchtigten Kleinkindern. 1989 wurde sie Gruppenleiterin in der Kinderkrippe der damaligen Firma Ascom.

1992 wurde sie zum ersten Mal Mutter. Ihren Beruf musste sie aufgeben, weil es damals noch praktisch keine Teilzeitstellen gab. Aber Carolina Flury wollte nicht nur zu Hause arbeiten: Nach der Geburt des zweiten Kindes übernahm sie mit ihrem damaligen Mann die Hauswartung in einem Schulhaus. Allerdings ging es ihr um mehr als um den Gebäudeunterhalt. Ihr beruflicher Hintergrund kam ihr dabei zugute: «Der tägliche Kontakt und der soziale Umgang mit Schülern und Kindergärtlern brachten mich enorm weiter.»

Neben Familie und Beruf investierte Carolina Flury auch in die persönliche Weiterentwicklung: Sie machte eine Ausbildung zur Pilates- und Yoga-Instruktorin und gab auch Kurse. Insgesamt war sie 20 Jahre weg von ihrem angestammten Beruf als Kinderpflegerin – doch der Kontakt mit Menschen blieb ihr immer wichtig. 

Zurück in den Sozialbereich

2012 bahnte sich in ihrem Berufsleben die nächste grosse Veränderung an. Eine Bekannte gab Carolina Flury den Tipp, dass in der Kinderkrippe Sunneschyn in Langendorf eine Stelle offen sei, auf die sie von der Qualifikation wie auch vom Alter her perfekt passen würde. Auf Anhieb bekam sie den Job, und es war sogar vorgesehen, dass sie nach ein paar Jahren die pädagogische Krippenleitung übernehmen sollte. «Zu der Zeit war das für mich wie ein Sechser im Lotto!» Das, obwohl eine sehr intensive Zeit mit Arbeit und Weiterbildung begann. Ihr erlernter Beruf als Kinderpflegerin war nicht mehr anerkannt, und deshalb startete sie das Validierungsverfahren für den EFZ-Abschluss als FaBe Fachrichtung Kinderbetreuung. Die Belastung mit 80 Prozent Arbeit, drei Kindern und dem Erstellen der Dossiers für den fachlichen Nachweis war enorm.

Nach dem abschliessenden Fachgespräch erhielt sie den Bescheid, dass ihre beruflichen Vorleistungen nicht ausreichten und sie fehlende Leistungsnachweise in Modulform nachzuholen hatte. Für Carolina Flury brach eine Welt zusammen, «weil ich wirklich dachte, dass ich fachlich auf der Höhe bin». Zu der Zeit konnte sie sich nicht vorstellen, nochmals zur Schule zu gehen, um die fehlenden Nachweise zu erbringen.

Beruf als Berufung

Sie entschied sich schweren Herzens, ihre Stelle in der Kinderkrippe aufzugeben, und wechselte als Assistentin in eine Zahnarztpraxis, merkte aber schnell, dass das nichts für sie war. Zu sehr fehlten ihr die Bewegung und vor allem der tägliche Kontakt mit den Kindern. So kündigte sie ihre Stelle noch in der Probezeit und entschied trotz der früheren Bedenken, die fehlenden Module für den Abschluss als FaBe Fachrichtung Kinderbetreuung an der BFS Winterthur nachzuholen: «Rückblickend hätte ich nach dem negativen Entscheid besser eine Auszeit genommen, um zu verstehen, was ich wirklich will.»

Doch als dreifache Mutter, die immer gearbeitet hatte, konnte sie sich nicht vorstellen, auch für kürzere Zeit ohne Stelle zu sein. An einem Tag der offenen Tür kam Carolina Flury wieder mit ihrer ehemaligen Chefin ins Gespräch, und schnell stellte sich heraus, dass sie wieder zusammenarbeiten wollten – unter der Voraussetzung, dass sie die pädagogische Leitung der Krippe übernehme, um die Weiterführung sicherzustellen. Nach dieser «kurzen Auszeit» war Carolina Flury also wieder im Bereich tätig, in dem sie ihre Berufung sieht.

Nach dem Fähigkeitszeugnis die Weiterbildung

Mit voller Motivation begann sie mit den Modulen der Ergänzenden Bildung an der BFS Winterthur. Noch heute wirken die ausschliesslich positiven Eindrücke über den freundschaftlichen Umgang mit den Mitabsolventinnen und den «Top-Fachleuten an der BFS» nach. Sie schloss Modul für Modul ab und engagierte sich bald in der Co-Leitung der Krippe. Nach wie vor ist vorgesehen, dass sie 2020, wenn die jetzige Leiterin pensioniert wird, die pädagogische Leitung der Krippe übernimmt. Um für die bevorstehenden Aufgaben gut gerüstet zu sein, hat sie sich nun für den zweijährigen Lehrgang zur Institutionsleiterin angemeldet, der 2019 beginnen wird.

Carolina Flury ist überzeugt: Im Leben gehen immer wieder unverhofft Türen auf. So vermittelt sie auch ihren Lernenden: Es ist nie zu spät, und man ist nie zu alt, etwas Neues anzufangen. Mit dieser Einstellung konnte sie sich ihre beruflichen Träume erfüllen – und so freut sie sich auf die kommende Weiterbildung und alle beruflichen Herausforderungen der nächsten Jahre.